Die US-Militäroperation »Epic Fury« im Iran, geplant für vier Wochen, hat bereits massive Zerstörungen verursacht. Trotzdem zeigt sich das iranische Regime kämpferisch. In der SPIEGEL-Redaktion gibt es geteilte Meinungen über die Rechtfertigung des amerikanisch-israelischen Angriffs: Während einige vor Eskalation warnen und eine schnelle Demokratisierung als unwahrscheinlich ansehen, sehen andere eine Chance für einen Regimewechsel und die Befreiung unterdrückter Gruppen. Kritiker befürchten Chaos, während Befürworter das Vorgehen gegen die Mullahs loben. Eine Mehrheit der SPIEGEL-Leser hält den Militärschlag jedoch für nicht gerechtfertigt.
Die Folgen des Konflikts sind auch in Deutschland deutlich spürbar, primär in der Wirtschaft. Die Angst vor Versorgungsengpässen trieb den europäischen Gaspreis an der Börse in Amsterdam um fast 50 Prozent in die Höhe. Der steigende Ölpreis wirkt sich unmittelbar auf die Tankstellenpreise aus und könnte die Inflation hierzulande wieder anfachen, was Deutschland als Zuschauer des Krieges vor ökonomische Herausforderungen stellt.
Zusätzlich zu den wirtschaftlichen Turbulenzen steigt in Deutschland das Anschlagsrisiko. Sicherheitspolitiker sind besorgt über mögliche Vergeltungsmaßnahmen durch iranische Schläferzellen in Europa. Israels Botschafter Ron Prosor warnte explizit vor Racheakten auf deutschem Boden und forderte höchste Wachsamkeit. Das Bundesamt für Verfassungsschutz meldet eine »weiterhin hohe abstrakte Gefährdung für Einrichtungen in Deutschland, die Israel und den USA nahestehen«, wobei jüdische, israelische und US-amerikanische Institutionen als potenzielle Ziele gelten.
Parallel dazu spitzt sich in Baden-Württemberg der Wahlkampf vor der Abstimmung über den Nachfolger von Ministerpräsident Kretschmann zu. CDU und Grüne liegen nahezu gleichauf. CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel sieht sich nach dem Auftauchen eines älteren Videos mit Sexismusvorwürfen konfrontiert, was seine Partei als »Rufmordkampagne« kritisiert. Cem Özdemir (Grüne) hingegen konnte in Umfragen aufholen und wirkt gelassen. Die strategische Ausrichtung der Grünen auf Özdemirs Person könnte sich als entscheidend erweisen. Weitere Meldungen betreffen die Kompromissbereitschaft der SPD beim Spitzensteuersatz, einen ukrainischen Drohnenangriff auf einen russischen Flottenstützpunkt, die Verteidigung von Streckensanierungen durch die Bahn-Chefin und Meinungsverschiedenheiten unter Wirtschaftsweisen.

