Ein ungewöhnlicher Fund bei einer Ostereiersuche in Vaihingen an der Enz hat am Wochenende einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei ausgelöst. Zwei Männer entdeckten in einem Garten ein kleines Fläschchen mit der beunruhigenden Aufschrift „Polonium 210“. Der Fund am Ortsrand der baden-württembergischen Stadt führte umgehend zu einer massiven Reaktion der Sicherheitskräfte, da Polonium-210 als hochradioaktives und extrem giftiges Element bekannt ist.
Mehr als 130 Einsatzkräfte, darunter Spezialisten für Strahlenschutz und Gefahrgut, rückten zum Fundort aus. Das Gebiet wurde vorübergehend abgesperrt, um potenzielle Gefahren für die Bevölkerung auszuschließen. Obwohl erste Einschätzungen der Feuerwehr das Behältnis als authentisch und professionell beschriftet einstuften und das vergleichsweise hohe Gewicht des Fläschchens auf den angegebenen Stoff schließen ließ, blieben die genauen Umstände des Funds zunächst unklar.
Entwarnung gab es jedoch in einem entscheidenden Punkt: Erste Messungen vor Ort ergaben keinerlei Hinweise auf Radioaktivität. Dies spricht stark gegen die tatsächliche Anwesenheit des gefährlichen Polonium-210 und deutet darauf hin, dass die Beschriftung möglicherweise irreführend war. Die beiden Finder blieben glücklicherweise unverletzt. Der Behälter wurde zur weiteren Untersuchung an das Umweltministerium übergeben, um den Inhalt zweifelsfrei zu identifizieren und die genaue Beschaffenheit des Funds zu klären.
Die Ermittlungen zu dem Vorfall wurden vom Polizeipräsidium Ludwigsburg übernommen. Trotz der ausbleibenden Radioaktivität verdeutlicht der Fall die ernsthafte Reaktion auf mögliche Gefahrstoffe und die Bedeutung des schnellen Handelns der Einsatzkräfte. Polonium-210 erlangte traurige Berühmtheit durch den Mord an dem russischen Ex-Geheimdienstoffizier Alexander Litwinenko im Jahr 2006, was die Sensibilität für solche Funde zusätzlich erhöht.

